Die ersten 12 Wochen meiner 3. Schwangerschaft

Wir erwarten unser 3. Kind!!! Juhuuu! Okay, ehrlich gesagt hat es sich anfangs nicht nach "juhu" angefühlt. Also das Kind ist absolut geplant und wir freuen uns total darauf! Aber mir ging es die ersten 6 Wochen, seitdem ich von der Schwangerschaft erfahren habe, so dreckig, dass das einem die Freude echt ausbremsen kann. Aber ich habe am Ende 2 Lösungsstrategien dafür ;-)

 

Aber fangen wir von vorne an...

 

Es war ganz kurz vor der Hochzeit meiner jüngsten Schwester im Oktober als ich dachte, meine Periode müsste eigentlich bald einsetzen. Kam schon ein paar Mal vor, dass das auch um 1-3 Tage schwankt...also abwarten. Am Tag der Hochzeit dachte ich: wenn die heute nicht kommt, muss ich morgen echt einen Schwangerschaftstest machen. Ratet mal, ob sie gekommen sind?! :-D

Wir hatten die Nacht nach er Hochzeit im Hotel übernachtet, noch gemütlich mit meinem Bruder und seiner Frau gefrühstückt und sind dann nach Hause gefahren. Mir kribbelte es schon unter den Nägeln. Ich lief direkt nach Oben und machte einen Test. Bei meinen ersten beiden Schwangerschaften war der eine der beiden Teststreifen immer recht dünn, sodass man ja theoretisch nicht 100% sicher sein konnte... Dieses mal waren beide Streifen direkt dick und klar.

Wow, das musste ich erstmal verarbeiten. Trotzdem, dass es geplant war, war es total die Überraschung und ich realisierte, was für eine Umstellung das mit sich bringen würde.

 

Ich ging runter und merkte, dass alles voll im Chaos ist: wir sind gerade heim gekommen, das Haus sah aus (wie es vor so einer Hochzeit meist passiert), als wäre eine Bombe eingeschlagen, mein Mann war genervt von den Kindern, die rannten quer durch die Gegend. Chaos halt. Nicht gerade der Moment, wo man so eine Bombe platzen lassen sollte. Also beschloss ich ein wenig auf den richtigen Moment zu warten. Als wir die Kinder beruhigt und zum Spielen nach oben geschickt hatten, fingen wir an die Küche aufzuräumen. Mein Mann fing an mir irgendwas zu erzählen, ich weiß nicht mehr ob es um Gesundheit und Studien oder Finanzen und Investments ging...irgendwas wo man sich hätte konzentrieren müssen um zu verstehen, was er erzählen wollte. Ich unterbrach ihn und sagte "Sorry Schatz, ich kann mich einfach nicht konzentrieren, ich komme nicht mit....." Er wollte gerade was dazu sagen (natürlich wünschte er sich, dass ich ihm zuhöre etc.), da setzte ich mich auf die Küche neben ihn und sagte "Ich bin schwanger. Wir kriegen noch ein Baby." Wow! Bombe geplatzt. Und da war dann auch die erwartete Freude! Wir haben den Tag gefeiert! Wenn auch ein wenig behalten, denn beim 3. Kind weiß man mehr als genug, dass neben der Freude auch wahnsinnig viel Veränderung, Einschränkung und Stress auf einen zukommt.

 

Da war ich dann ja quasi in der 5. Woche. Arzttermin eine Woche später, alles supi. Und plötzlich passten mir meine Hosen nicht mehr.... Beim 1. Kind war es so in der 15./16. Woche, als die Hosen nicht mehr passten, beim 2. in der 11. SSW ungefähr und jetzt in der 6. SSW!!! Unglaublich! Das ging für mich irgendwie schneller, als ich es verarbeiten konnte. 

 

Ich muss auch sagen, dass ich in den ersten beiden SS absolut keine Wehwehchen und Probleme hatte, bis auf ein wenig Müdigkeit am Anfang und Rückenschmerzen am Ende. Keine Übelkeit, keine Stimmungsschwankungen (fragt meinen Mann!), nichts...

 

Wahrscheinlich hat es mich deswegen umso mehr umgehauen, dass es mir hier auf einmal nicht so gut ging. Es fing an mit unangenehmem Druck im Bauch, Verstopfung und Blähungen (sorry für die Offenheit - aber ich glaube, dass es für einige Hilfeich zu sehen ist, wie es anderen in der SS geht).

Gott sei dank hatte ich meine Vitaminkomplexe, die ich jetzt seit 5 Jahren nehme. Die haben mir immerhin etwas Energie gegeben, sonst hätte ich wahrscheinlich Winterschlaf gehalten und wäre gar nicht mehr hochgekommen.

Und ich habe noch einen Darmshake genommen, der die Verdauung anregt, der hat auch echt gut geholfen.

 

Ich war super empfindlich, jede kleine Berührung war unangenehm (mein armer Mann...) und die Stimmungsschwankungen - alter Schwede!!!! Das kannte ich so nicht. Immer wenn ich mich wieder halbwegs normal fühlte und zurück auf die Situation blickte, merkte ich ja, wie irrational und unpassend ich mich verhalten habe. Aber in dem Moment kann man das irgendwie nicht kontrollieren. 

 

Weiter ging es dann mit chronischen Magenschmerzen (ich habe erst 1 Monat später erfahren, dass die nicht von der SS kamen). Das Problem war da auch, dass ich kaum was zum anziehen hatte, die normalen Hosen drückten am Unterbauch und die Schwangerschaftshosen am Magen. Ich lag eigentlich 4 Wochen lang nur auf der Couch. Wenn die Kinder in der Kita waren oder abends im Bett, habe ich mir Serien reingezogen und am Nachmittag versucht bisschen Haushalt zu machen und die Kinder zu bespaßen. Ich hatte absolut keine Energie und Antrieb zu irgendwas. Gefühlt lag alles still. 

 

UND DAS KENNT MAN VON MIR SO GAR NICHT!!!

 

Echt, ich liebe es sonst beschäftigt zu sein, zu arbeiten, was zu machen, mich mit anderen zu treffen. Aber ich hatte keine Lust auf irgendwas. Alles fühlte sich nach Anstrengung an.

 

Und dann fühlte ich mich auch ständig schuldig und schlecht, weil ich ja nicht mehr die Alte war und ständig unangemessen reagiert habe, nichts lief bei mir. Das wirkt sich ja total auf die Familie aus. Und dass mein Mann das anfangs noch nicht da einsortieren konnte, war ja auch total verständlich. A: Er kannte es nicht und B: Es kam alles so plötzlich.

 

Das mit den Magenschmerzen habe ich dann einen Monat so ausgehalten, weil ich dachte, das gehört irgendwie wohl zur Schwangerschaft dazu und wird sich wohl auch wieder legen. Da diese SS eh komplett anders verläuft, wie die ersten beiden, kann ja jetzt auch irgendwie alles sein. Bis ich es dann nicht mehr aushielt und die Frauenärztin anrief. Sie meinte das sei total unüblich für ein Frühschwangerschaftssysmptom und das klinge eher nach einer Magenschleimhautentzündung. Ein Besuch bei der Hausärztin bestätigte das. Da ich keine Medikamente nehmen wollte, empfiehl sie mir Heilerde. Ich glaube 1-2 Wochen später hatte ich gar keine Magenschmerzen mehr.

 

Ich habe mal wieder festgestellt, dass das ein Teufelskreis ist: Geht es einem körperlich nicht gut, wirkt sich das irgendwann auf die Psyche aus. Und wenn es einem psychisch nicht gut geht, lähmt es das Immunsystem und es passiert schnell, dass es einem körperlich nicht gut geht. In dem Kreislauf steckte ich gut 6 Wochen drin. Und ganz ehrlich: Wenn man sich in so einer Situation noch nicht euphorisch auf das Baby freuen kann, ist ja irgendwie normal. Also nicht schlecht fühlen, wenn du das phasenweise auch hast/hattest. Das sagt ja nichts endgültiges aus. Jetzt weiß ich: Ich freue mich wie verrückt auf dieses Baby! Ich stelle es mir bildlich vor, wie ich mit dem Würmchen dann im Bett liege und kuschele oder wie es mich anlächelt oder ich stille. Aber die SS ist nun mal total die Einschränkung. Und das mag ich nicht!

 

Ich habe auf jede Fall 2 Strategien da raus zu kommen:

 

1. Ernährung umstellen: Ich gebe zu ich habe seit ich schwanger bin echt viel Quatsch gegessen. Ich habe sonst nie wirklich Heißhunger, aber in der Schwangerschaft schon und da dagegen zu halten, ich noch viel schwerer, als wenn man nicht schwanger ist. Ich hatte so Lust auf salzige Chips, Pizza und manchmal auf einfach irgendeine Süßigkeit. Sowas habt ich sonst ja fast nie Zuhause. Aber komm da mal in der Vorweihnachtszeit rum... (Sonst bin ich auch beim Einkaufen diszipliniert und kaufe sowas erst gar nicht, aber naja, was soll ich sagen...ich bin nicht ganz ih selbst). Und dass das nicht gerade dazu beigeführt hat, dass ich mich körperlich besser fühle, ist ja naheliegend. Die Strategie konnte ich noch nicht austesten, weil es vor Weihnachten ist und ich mich in dieser Zeit nicht disziplinieren kann. Sonst zu jeder Zeit im Jahr, ja. Aber wenn dir ständig Plätzchen, Lebkuchen, Crêpes, Pommes Currywurst oder Schokolade vor die Nase gehalten wird. Boa da knicke auch ich ein. Aber nach Weihnachten nehme ich das in Angriff. 

 

Ich habe nämlich mal von einer Ärztin folgende Theorie bzgl. der Übelkeit in der SS gehört: Der Körper produziert ja generell Abfälle, durch die Gifte in der Umwelt, die Pestizide, mit denen Obst & Gemüse gespritzt wird, Chemie, die unser Essen haltbar macht etc. Und das wird über die "Abfallorgane", wie z.B. die Leber und die Niere aus dem Körper ausgeschieden. Wenn unser Körper jetzt schon recht viel Belastung ausgesetzt ist, arbeiten die Organe auf Maximum. 

Jetzt ist es so, dass in der SS zusätzlich sehr viel "Müll" produziert wird, durch unter anderem jede Menge Zellteilung. Wenn die "Abfallorgane" jetzt so oder so schon Maximale Arbeit leisten, sind sie mit dem zusätzlichen "Müll" überfordert und dann muss der Körper einen anderen Weg finden, diesen abzugeben. Also kommt Übelkeit und Erbrechen, um es auf dem Wege loszuwerden.

 

Ist eine Theorie, die für mich total Sinn ergibt. Deswegen habe ich vor den Schwangerschaften auch immer Entgiftungen und Detox gemacht um das zu umgehen. Hat ja auch geklappt. 

 

Ich bin überzeugt, dass eine gesündere Ernährung dazu geführt hätte, dass es meiner Verdauung und meinem Magen besser gegangen wäre.

 

Wodurch die anderen "Leiden" bei mir kamen, kann ich leider nicht sagen. Meine Vermutung ist: Stress (Stress heißt nicht immer, dass man zu viel zu tun hat, sondern auch, dass man sich z.B. unnötig viele Gedanken macht und die einen stressen).

Ca. 2 Wochen nachdem ich erfahren habe, dass ich schwanger bin, kam der neue Lockdown, das hieß für mich viele Umstellungen bzgl. der Kurse, Teilnehmerinnen, die ihre Kurse verschieben wollten, Klärungen mit den Kursräumen und dann Reduzierung des Kursprogramms. Wenn man ein Unternehmen hat, kann das einen gedanklich extrem einnehmen (auch wenn man praktisch wenig zu tun hat). Und das hat mich fertig gemacht eine Zeit lang. Dann hatte ich wenig zu tun. Ich musste ja erstmal den Lockdown abwarten (der immer noch anhält), also keine Herausforderungen für mich. 

 

Das bringt mich zu der 2. Strategie:

 

2. Sinnvolle Aufgaben/Herausforderungen: Diese Strategie habe ich vor ca. einer Woche in Angriff genommen, denn das kann ich auch vor Weihnachten gut umsetzen. Ich habe mir wieder Aufgaben gesucht. Es war ja nicht so, dass meine To Do Liste die ganze Zeit leer war, es waren nur Dinge drauf, die nicht so dringend oder wichtig waren. Aber ich habe jetzt geschaut, womit ich anfangen könnte. Und kaum hatte ich mit einer Sache angefangen, kamen 5 weitere hinterher. Und plötzlich waren wieder dringende und wichtige Aufgaben mit dabei. Und ich hatte wieder eine Herausforderung und sinnvolle Aufgabe, die ich tun konnte.

 

Ganz ehrlich: dieses wochenlange auf der Couch sitzen und Serien gucken gönne ich mir, ist voll in Ordnung, wenn es mal solche Phasen gibt. Ich fing in der Phase an so viele Entscheidungen und Dinge in meinem Leben grundlegend zu hinterfragen, für die ich mir sonst keine Zeit genommen hatte. Und das war gut! Anstrengend und gedankenaufreibend, aber gut!

Aber das rumhängen hat mich auch runtergezogen. Es fühlte sich einfach sinnlos an.

 

Und als ich anfing wieder Sinnvolles zu tun, bekam ich Motivation und Energie, dadurch ging es mir mental besser und plötzlich auch wieder körperlich. Und ich bin wieder in der Aufwärtsspirale. So ein schönes Gefühl!

 

Ich bin noch nicht komplett wieder die Alte. Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt in der Schwangerschaft werde. Danach aber auf jeden Fall. 

 

Aber womit ich auf jeden Fall auch angefangen habe: Ich spreche aus, dass ich eine gute Schwangerschaft habe, dass mein Körper gesund und ich ausgeglichen und motiviert bin. Ich habe ja schon öfter was zu Affirmationen gesagt (wenn ihr dazu nochmal mehr wissen möchtet, hinterlasst mir einen Kommentar und dann greife ich das Thema nochmal auf - es ist so wichtig und mächtig!), nur habe ich sie in letzter Zeit nicht wirklich praktiziert. Aber unser Gehirn ist mächtig und wir können lernen es FÜR UNS zu nutzen. Und das tue ich seit einer Woche - und es funktioniert!

 

Ich bin total optimistisch, dass die Schwangerschaft ab jetzt genauso entspannt und einfach verläuft, wie meine ersten beiden auch. Und dann auf ein wundervolles Sommerbaby 😍

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Kommentare: 3
  • #1

    Erika (Samstag, 19 Dezember 2020 20:44)

    Vielen Dank für deinen Beitrag. Das Thema Affirmation würde mich sehr interessieren. Kannst du dazu vielleicht nochmal ein Blog machen?

  • #2

    Rebecca (Freitag, 26 Februar 2021 08:05)

    Hallo Erika,
    ich habe gestern einen Beitrag zu dem Thema Affirmationen geschrieben. Dann kannst du da gerne nochmal reinschauen ;-)
    Liebe Grüße,
    Rebecca

  • #3

    Jessa Dy (Dienstag, 03 August 2021 10:54)

    Das Thema Affirmation würde mich sehr interessieren. [url=https://yanrefitness.de]Danke für diesen Artikel[/url]