Leben mit einem Mann, 2 Kleinkindern, einem Baby und einem Unternehmen

Alle sagten: „Das 3. Kind läuft einfach so mit.“ - tzzz…von wegen, hier lief gar nichts mit!

Die ersten 3 Monate war ich gefühlt nur mit Stillen, Wickeln und Haushalt beschäftigt. Wenn ich zwischendurch mal 2 Stunden was am Laptop geschafft habe, war das schon das Erfolgserlebnis schlechthin! Ich hab echt versucht mich nicht stressen zu lassen, aber die Arbeit türmte sich immer weiter auf. 

 

Und der Haushalt…wow, wie kann man nur so viel im Haushalt zu tun haben?! Seit dem 3. Kind haben wir soooo viel mehr Haushaltsarbeit! Was ich gar nicht verstehe, weil der Kleine ja nichts schmutzig machen, kein Kotzbaby ist, sodass ich nicht gravierend mehr Wäsche habe, nicht mitisst, sodass ich nicht mehr kochen muss. Und dennoch… Wir waren nur am aufräumen, aufräumen und aufräumen….

 

Im Prinzip sah mein Vormittag so aus: Aufstehen, stillen, mich und die Kinder fertig machen, Kinder zur Kita bringen, frühstücken, stillen, wickeln, aufräumen, Baby schuckeln, halbe Stunde Haushalt, halbe Stunde arbeiten, stillen, wickeln, mit Baby kuscheln, Baby bespaßen, essen, arbeiten, aufräumen (wie kann in der Zwischenzeit wieder was unordentlich sein…?!), Kinder von der Kita abholen und dann den Nachmittag für Kinder bespaßen/erziehen, Haushalt, essen machen, stillen, aufräumen, wickeln, Baby, essen, stillen und schon ist der Tag vorbei. 

 

Ganz ehrlich: ich fühlte mich minimal überfordert.

 

Und noch ehrlicher: Mein Mann und ich haben ständig wegen des blöden Haushaltes gestritten, weil die Arbeit da nicht aufhörte, wir nicht hinterher kamen und eigentlich keine Lust drauf hatten und die voneinander zu viel erwarteten. Ich hab jetzt beschlossen eine Putzfrau einzustellen, die uns unterstützt. Das ist es mir jetzt wert. Die Zeit und Nerven, die es mir und uns spart, sind es mir definitiv wert.

Einer der größten Erkenntnisse für mich aus den letzten 3 Monaten, um Stress zu vermeiden, war: Wenn ich mir etwas feste vornehmen, artet das im Stress aus. Weil, dann müssen die Kinder parieren und sich anpassen und mitspielen. Gerade ein Baby ist nicht besonders gut darin - wie auch, es versteht ja nichts. Und die größeren können es bis zu einem bestimmten Grad verstehen - aber die haben ja auch ihre Bedürfnisse und das Recht diese befriedigt zu bekommen. Wenn ich mir sagen (gerade im Bezug auf unser Baby): „Ich bin nur hier für dich - damit es dir gut geht“ - dann nehme ich den Tag, wie er kommt. Wenn ich zwischendrin noch was schaffe, wie etwas zu arbeiten, dann ist es gut. Wenn nicht, ist es auch okay, weil mein primärer Fokus ja das Baby ist. Wenn ein Kind ein paar Monate alt ist, kann man langsam antrainieren, dass es auch mal kurze Zeit-Slots alleine spielt und das dann mit zunehmendem Alter steigern. Dann kann man sich auch Dinge vornehmen und einplanen. Das ist aber alles Training und braucht Zeit. 

Also gehe ich da mit und passe mich an. Und das ist das entspannteste für mich. Wenn die Nächte etwas besser werden, werde ich wieder früher aufstehen, um da meinen Miracle Morning zu machen. Bis dahin verschiebe ich den auf eine andere Zeit am Tag.

 

Ich habe versucht morgens vor dem Frühstück Sport zu machen. Aber auch da muss ich gnädig mit mir sein und kann nichts erzwingen, was nicht funktioniert. Und es funktioniert eben zeitlich gerade nicht. Dann baue ich mir das zu einer anderen Zeit am Tag regelmäßig ein. Klar wäre es vor dem Frühstück am effektivsten, aber ich nehme gerade, was ich kriegen kann. Und ich möchte gerade auch wieder täglich Sport machen, um in meine Klamotten zu passen. Ich bin okay mit meinem Körper, wie er jetzt nach der Geburt ist, aber er passt nun mal nicht in die Klamotten in meinem Schrank. Und jetzt könnte ich natürlich eine Größe größer kaufen, oder ich mache regelmäßig Sport und dann passe ich auch wieder rein. Also nehme ich die Variante. 

 

Genau, und so sieht eben unser Alltag gerade aus.

 

Das schöne ist, dass unser Baby von Anfang an selber festgelegt hat, dass er zur gleichen Zeit schlafen geht, wie die großen beiden. Sehr praktisch - dadurch habe ich ab spätestens 8 Uhr Feierabend von den Kids. An manchem Abenden arbeite ich dann noch etwas - das ist ja für mich nichts negatives oder stressiges (in den meisten Fällen), sondern etwas, das ich total gerne mache. Manchmal schaue ich eine Serie. Zum Lesen bin ich abends meist zu müde. Und Abends geht oft auch noch eine halbe Stunde zum Aufräumen oder Bügeln drauf. Ich nehm’s wie es kommt.

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