Abstillparty

Schon mal davon gehört? Im Prinzip geht es darum zu feiern, dass man nicht mehr stillt! Aber ist das ein Grund zu feiern?

Ich habe es gefeiert! Und ich berichte dir warum! Und natürlich auch wie!

 

Ich habe es geliebt zu stillen und ich war immer unfassbar dankbar dafür, dass ich stillen konnte. Nicht jeder Mutter wird dieses Glück zuteil und viele Frauen leider darunter, dass sie nicht stillen können oder nicht so lange, wie sie es gern hätten. 

 

Einigen Frauen kommt es egoistisch vor, sich über das Abstillen zu freuen, aber wenn man den Hintergrund kennt, ist es vielleicht besser verständlich!

 

Ich habe vor 8 Jahren die Pille abgesetzt, die ganze hormonelle Veränderung in Kauf genommen (ich habe das nämlich echt stark gespürt), dann dieses unschöne Gefühl, wenn man fast 1 1/2 Jahre nicht schwanger wird, es dann aber klappt und dann 9 Monate Schwangerschaft, körperliche Veränderung, Einschränkungen und massives hergeben seiner Freiheit. Dann ist das Baby da und ich habe 9 Monate gestillt - alles supi! Ich habs tatsächlich nicht als Einschränkung empfunden keinen Alkohol trinken zu dürfen, nur begrenzt Kaffee und nicht lange weg sein zu können, weil man immer Abrufbereit sein muss für das Baby. Das war völlig in Ordnung für mich. Nach dem Abstillen hatte ich 2x meine Periode und war dann auch schon wieder schwanger (wir wollten diesen kleinen Abstand ganz bewusst zwischen den Kindern). Also das ganze von Vorne: Hormonelle Veränderungen, Körperliche Einschränkungen, die Freiheit hatte ich ja dazwischen kaum schmecken können. Dann wieder 9 Monate Stillen nach der Geburt und dann brauchte ich erstmal eine Pause. Die habe ich auch genutzt und lang und breit genossen! Etwas über 2 Jahre und dann wurde ich wieder schwanger. Das ganze Spiel von vorne... Weil ich dazwischen aber wieder die Zeit für mich selber sehr genutzt habe und diese Ungebundenheit (ganz ungebunden ist man ja nicht mit 2 Kleinkindern, aber mein Mann oder meine Eltern haben mich da super unterstützt), fühlte sich das wieder nach einer massiven Vergabe meiner Freiheit an.

 

Alle unsere Kinder sind Wunschkinder! Und ich liebe es Mama zu sein! Aber jede Mama wird mich hier verstehen, wenn ich sage, dass es manchmal (oder auch öfter) verdammt anstrengend ist! Dass man manchmal einfach nur seine Ruhe haben will! Dass man es liebt, wenn die Kinder das erste Mal Mama sagen und sie dann gerne vor die Tür setzt, wenn sie es zu 385.000ten Mal am Tag sagen. Dass ich mir manchmal wünsche mich einfach einen halben Tag aufs Sofa zu legen und zu machen, was ich will, ohne immer ausgefahrene Antennen haben zu müssen, weil irgendjemand was von mir will oder braucht. Einfach nur ,al abschalten. Das ist anstrengend! 

 

Ich bin die, die euch immer predigt, dass es alles Mindset-Sache ist und im Power Mama Kurs habe ich einen großen Block genau diesem Thema gewidmet, wie man seine Glaubenssätze ändert. Es geht darum, wie wir steuernd as wir denken und fühlen UND DASS WIR DIE GESTALTERINNEN UNSERES LEBENS SIND!

 

Aber wir sind immer noch Menschen! Und es ist völlig normal, wenn man auch einfach mal seine Zeit für sich genießen und abschalten möchte. Und manchmal reichen auch 3-4 Stunden dafür nicht, dann möchte man auch einfach mal für 1-2 Tage weg!

 

Und deswegen habe ich des gefeiert als ich abgestillt habe!

Ich habe tatsächlich etwas früher abgestillt, als ich es ursprünglich geplant hatte (ja ich weiß, sowas kann man nicht immer planen. Aber ich habe nie abgestillt, weil das Kind nicht mehr wollte oder meine Milch alle war, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass die Zeit dafür da ist. Das kann auch nicht jede Frau und ich möchte hier auf keinen Fall Dinge verallgemeinern. Ich wusste nur, dass es bei mir immer sehr gut klappte und die Wahrscheinlichkeit, dass ich es selber planen konnte, war sehr hoch). Mein Jüngster hat allerdings sehr schlecht geschlafen. Ich bin in guten Nächten 5-6 Mal aufgestanden und in schlechten 10-11 Mal. Glaubt mit - Ich habe alles ausprobiert: Ihn in meinem Bett schlafen lassen, in seinem Bett, ausquartieren, Wasser Nachts geben, Ätherische Öle, Essen und so weiter und so weiter. Er hat sich meist nur an der Brust beruhigt. Aber auch das hat nur so semi gut geklappt. Also habe ich beschlossen abzustillen. Er hat ja normal vom Tisch mitgegessen und zwar in Mengen, dass es nachts definitiv nicht am Hunger gelegen haben konnte. Und auf einmal wurden die Nächte besser. Und besser. Und besser! (Auch hier wieder: Das soll kein Appell sein und das ist oft nicht die Lösung dafür. Bei mir war es das aber.) 

 

Glaubst du mir, dass ich es gefeiert habe, nicht mehr zu stillen? Dass ich gefeiert habe, Nächte durchzuschlafen, auch mal wieder mehr als einen Schluck Wein zu trinken, einen ganzen Tag in der Sauna zu verbringen, ohne dass ich zum zu Bett gehen wieder zuhause sein musste? Ich habe das Gefühl, dass mein Körper sich wieder erholen kann von fast einem Jahr schlaflosen Nächten (ich habe in der Zeit sogar Augenringe bekommen - hatte ich vorher NIE!).

 

Also ja, ich habe gefeiert, dass dieser Abschnitt in meinem Leben vorbei ist. Er war schön! Es ist so besondern und intim das Baby zu stillen und diese Nähe und Geborgenheit zu fühlen. Und jetzt kommt eine andere Phase. Eine Phase, in der ich etwas weniger fremdgesteuert bin, in der ich wieder mehr Kapazitäten habe auf meine Bedürfnisse zu schauen, in der ich auch mal wieder etwas längere Auszeiten nehmen kann. Das braucht man zum Auftanken.

(Meine Freundin ist Kosmetikerin und hat mich für den Abend etwas aufgebrezelt...

 

Wie wir gefeiert haben? Ja das war der eigentlich Spaß! Ohne Kinder natürlich 😂

Ich habe die Abstillparty mit meiner Geburtstagsparty verbunden. Mein Mann hat mich dazu verdonnert mit jedem Gast einen Willkommens-Shot zu trinken (43er mit Milch - nein, das war nicht die letzt Muttermilch🙈🤣  Sollte aber symbolisch dafür stehen.) Und dann haben wir gegessen und gequatscht und dann einfach nur noch getanzt und Spaß gehabt! 

 

Und ich habe mich unfassbar gefreut am nächsten Morgen wieder meine Kinder abzuholen ❤️

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